Es gibt unzählige Apps, mit denen man Fotos am Smartphone bearbeiten kann. Auch die vorinstallierten Tools sind nicht von schlechten Eltern und man kann damit auch einiges aus dem Bild rausholen, aber ich möchte in diesem Artikel eine meiner Lieblings-Apps „Camera360“ vorstellen, da diese meiner Meinung nach einen enorm großen Funktionsumfang besitzt und sehr einfach zu bedienen ist. Man kann in der App unzählige Filter gratis downloaden und hat so sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Hier sind die Download-Links für iPhone und Android.

Obwohl man auch in der App direkt fotografieren kann, bevorzuge ich, die Bilder mit der „normalen“ Kamera-App zu machen und diese dann in Camera360 zu importieren und dort zu bearbeiten. In der App gibt es die Möglichkeit, unzählige Effekte downzuloaden und diese anzuwenden – ich komme später noch dazu – dennoch verwende ich am Liebsten die Einstellungen für Sättigung, Farbe, etc., weil man hier in der Lage ist, viel feiner zu justieren.

Um ein Bild zur Bearbeitung in der App zu öffnen muss man dieses in die App laden, in dem man am Startscreen den Button „Album“ wählt. Danach die Option „Other Albums“ wählen und gegebenenfalls der App den Zugriff auf das systemeigene Fotoalbum erlauben. Nun kann das gewünschte Bild ausgewählt und durch tippen auf den Zauberstab bearbeitet werden. Du kannst natürlich mehrere, verschiedene Einstellungen auf ein Bild anwenden – nach jeder musst du diese mit dem Häkchen auf der rechten Seite bestätigen. Bei eigentlich jedem meiner Bilder verwende ich folgende Möglichkeiten der Bearbeitung:

  • Das Foto ausrichten – ein schiefer Horizont wirkt nicht professionell (Menüpunkt Corrections)
  • Mehr Höhen und Tiefen im Bild (Adjust / Level)
  • Schärfe erhöhen (Sharpness)
  • Helligkeit anpassen (Exposure)
  • Farbintensität der noch nicht ausreichend gesättigten Farben erhöhen (Vibrance)
  • Farbintensität aller Farben des Bildes erhöhen (Saturation)
  • Helle Töne abdunkeln (Highlight): Wenn man hier den Schieber nach links zieht werden die hellen Töne etwas dunkler, was darin resultiert, dass z.B. Wolken am Himmel intensiver werden

Möchtest du den Vergleich zwischen dem Originalbild und dem bearbeiteten Foto sehen, so kannst du dies ganz einfach und schnell immer wieder zwischendurch machen, in dem du einfach auf das Bild tippst. Hältst du den Finger auf dem Bild, siehst du das originale, nicht bearbeitete Foto. Nimmst du nun wieder den Finger vom Display, wird wieder das Bild mit den angewendeten Filtern angezeigt. Hast du die Bearbeitung des Bildes abgeschlossen, musst du das Bild über den Button „Save“ rechts oben exportieren. Schon ist das Foto im Standard-Aufnahmen-Ordner des Smartphones gespeichert. Ich empfehle dir, die Filter nur behutsam anzuwenden, damit das Bild nicht schnell völlig unnatürlich und auf den ersten Blick bearbeitet aussieht.

Hier siehst du anhand von ein paar Screenshots, wie
aus einem etwas blassen, schiefen Foto eines Sonnenuntergangs ein spannendes, faszinierendes Bild wurde:

Zuerst habe ich den Horizont richtig ausgerichtet, damit das Bild nicht schief wirkt.

Dann verwende ich unter Adjust die Filter Vibrance und Saturation, damit die Farben kräftiger werden und drehe bei Hightlight den Regler etwas zurück, damit die hellen Stellen im Bild dunkler werden.

Schließlich sorge ich mit Sharpness noch dafür, dass die Details im Bild besser zur Geltung kommen – fertig ist das gepimpte Sonnenuntergangsbild!

Nachfolgend möchte ich dir noch anhand von weiteren Beispielen zeigen, wie du die Möglichkeiten von Camera360 auf deine Bilder anwenden kannst:

Kräftigere Farben (speziell geeignet für Sonnenuntergänge)

Eines meiner Lieblingsmotive sind Sonnenuntergänge. Leider ist es meistens so, dass die wahre Schönheit am Smartphone-Display nicht so rüberkommt wie in Natura. Doch die traumhafte Stimmung kann auch am Foto etwas optimiert werden. In erster Linie nutze ich hierfür die Funktionen Vibrance und Saturation, um die Sättigung der Farben zu erhöhen und diese kräftiger zu machen. Außerdem kann man mit dem Ziehen des Reglers nach links bei „Highlights“ dafür sorgen, dass der Himmel etwas dunkler wird. So kommen auch Wolken besser zur Geltung. Wenn Silhouetten zu sehen sind, stelle ich zudem noch mehr Schärfe unter Sharpness ein. Damit der Horizont nicht schief ist, solltest du auch noch auf die Ausrichtung achten und unter Corrections das Foto korrekt ausrichten.

Landschaften – noch schöner als real

Bei Landschaftsfotos wende ich im Wesentlichen die gleichen Filter wie bei Sonnenuntergängen an – Sättigung erhöhen, Highlights verringern und nachschärfen. Wenn du dann noch auf die Drittelregel achtest und den Horizont gerade ausrichtest (wie oben beschrieben) ist dein Landschaftsfoto perfekt!

Der Weg zum perfekten Selfie

Bei Selfies finde ich es wichtig, dass man nicht sofort auf den ersten Blick erkennt, dass das Foto bearbeitet wurde. Du kennst ja sicher die Bilder, bei denen auch die Haare total unscharf sind – da das sehr unecht aussieht ist es nötig, die angewendeten Filter etwas abzuschwächen. In der App gibt es den Menüpunkt Portrait. Wenn du diesen drückst sucht die App automatisch Mund und Augen. Wenn diese falsch erkannt werden kannst du diese natürlich korrigieren, was sich lohnt, da ein unmerkliches Vergrößern der Augen für einen tollen Effekt sorgt. ACHTUNG – darauf achten, dass nichts verzerrt wird – wenn du auf dem Bild eine (Sonnen-)Brille trägst solltest du den Filter nicht anwenden. Mein Lieblings-Filter bei Portrait ist Natural und Glossy, aber du kannst dir hier sehr einfach alle ansehen – und bei zweitem Tap auf den Filter die Intensität einstellen. Ich empfehle dir, diese immer etwas zurückzudrehen und dafür eventuell mehrere Filter anzuwenden. Unter Effect – dem ersten Tab – findest du weitere Möglichkeiten zur Portraitbearbeitung. Hier kannst du dir viele Filter downloaden – probier´s einfach mal aus!

Lichteffekte für spannende Bilder

Wenn du ein Bild gemacht hast, aber der Meinung bist, dass es noch etwas zu langweilig ist, kannst du es mit Lichteffekten aufpeppen. Zum Einen findest du diese im Hauptmenü unter Shade (du musst hierfür bei den Tabs am unteren Rand nach rechts „scrollen“) und zum anderen kannst du auch unter Effect Filter downloaden, diese haben allerdings weniger Möglichkeiten um die Lichteffekte einzustellen.

Das Spiel mit der Unschärfe

Wenn du die Aufmerksamkeit in deinem Bild auf etwas Bestimmtes legen möchtest, kannst du dir mit dem Spiel von Schärfe und Unschärfe Abhilfe schaffen. Im Hauptmenü findest du Blur – hier kannst du entweder kreisförmig oder lineare Unschärfe (Tilt-Shift) einstellen. Bei beiden Varianten gibt es die Möglichkeit den Grad der Schärfe von F1.0 bis F3.2 zu regulieren, was der Blendeneinstellung einer Kamera entspricht. Mehr zum Thema Fotografie findest du in einem späteren Blog-Artikel. 😉

Essensfotos noch appetitlicher machen

Wenn du gerne Foodporn-Bilder machst stellt auch hier die App inzwischen einen tollen Filter zur Verfügung, der die Bearbeitung sehr schnell und einfach machen. Unter Effect kannst du „Yummy“ downloaden, der dir einige verschiedene Filter bietet. Mein Favorit ist hier Y1, weil die Farben auf Knopfdruck kräftiger und die Schatten für ein ausgewogenes Bild aufgehellt werden.

Himmel verändern und ganz einfach Regenbögen in ein Foto retuschieren

Seit kurzem gibt es drei tolle Filtertypen, die man downloaden kann: Rainbow, Starry Night und Magic Sky. Du solltest die drei unbedingt mal ausprobieren! Mit dem Rainbow-Filter ist es möglich, verschiedene Arten von Regenbögen per Knopfdruck in dein Foto zu retuschieren, Starry Night zaubert traumhafte Sternenhimmel in dein Bild und Magic Sky sorgt für außergewöhnliche stimmungsvolle Himmel. Achte aber darauf, dass dein Bild schon etwas dem entspricht, was du vorhast. Einen Regenbogen in ein Bild mit hellstem Sonnenschein einzufügen wird kein besonders tolles Resultat bringen und für die Sternenhimmel solltest du ein Nachtfoto verwenden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Solltest du Fragen, Wünsche, Anregungen zu diesem Artikel haben, freue ich mich sehr über einen Kommentar und/oder Feedback von dir!

Liebe Grüße,
grafikarin

Share: