Beschäftigst du dich ein wenig mit Design, kommst du natürlich an den dazu passenden Programmen nicht vorbei. Es gibt massig (Gratis-)Software, mit der du Bilder bearbeiten kannst, aber ich möchte dir in diesem Artikel Basics über Photoshop erklären, da ich dieses Programm seit Jahren nutze und von den unzähligen Möglichkeiten noch immer beeindruckt bin.

Was ist Photoshop eigentlich?
Photoshop ist bzw. war ein Teil der Adobe Creative Suite. Das Programmpaket von Adobe Systems beinhaltete Design-, Grafik- sowie Produktionssoftware und deckte so ziemlich alle Bedürfnisse von DesignerInnen ab. Warum ich das in der Vergangenheit schreibe? Adobe hat den Vertrieb seiner Creative Suite 2017 eingestellt, was aber nicht heißt, dass es die Programme nicht mehr gibt. Sämtliche Anwendungen stehen seither in der Creative Cloud zur Verfügung, wo man diese in unterschiedlichen Abos monatlich gegen Gebühr mieten kann. Bezogen auf die Arbeit von Grafikdesignern sind vor allem Photoshop, Lightroom, Illustrator, InDesign und Premiere erwähnenswert. Aber bleiben wir jetzt bei Photoshop!

Wozu wird Photoshop verwendet?
Photoshop wird (hauptsächlich) für Pixelgrafiken – also wie der Name schon sagt Fotos – verwendet und ist im Bereich der Bildbearbeitung Weltmarktführer. Das könnte daran liegen, dass das Programm als eines der funktionsreichsten Bildbearbeitungsprogramme angesehen wird. Auch der Begriff photoshoppen verdeutlicht diese Vorherrschaft – jeder weiß, dass damit Bildbearbeitung gemeint ist! Da das Programm sehr umfangreich ist und manche Funktionen ziemlich versteckt sind, empfehle ich dir, einen Kurs am WIFI oder BFI zu machen, wenn du schnell reinkommen und in kürzester Zeit lernen möchtest, effizient zu arbeiten. Natürlich kannst du dir auch auf youtube Videos anschauen, aber ich muss sagen, dass es mir zum Einstieg sehr viel gebracht hat, damals (ist schon ein paar Jahre her – da gab´s auch noch keine leicht zugänglichen Online-Tutorials) von Profis zu lernen und deren Tricks aus erster Hand zu erfahren. Dennoch möchte ich auch hier versuchen, dir die Grundlagen des Programms näherzubringen – Blogs gab´s damals nämlich auch noch keine… 😉

So schaut´s aus!

Hier siehst du Photoshop mit einem neu erstellten Dokument. In der Menüleiste oben kannst du z.B. Datei – Neu wählen, um dieses neue Dokument zu erstellen. Direkt unterhalb befinden sich die Häkchen für automatisches auswählen und die Anzeige der Transformationssteuerungen. Ist das Häkchen bei automatisch auswählen gesetzt, kannst du im Arbeitsbereich einfach auf ein Objekt/eine Ebene klicken und es wird automatisch ausgewählt. Transformationssteuerung bedeutet, dass bei einem Objekt die Ecken angezeigt werden, sobald du dieses auswählst. So kannst du es gleich verändern und musst es nicht über eine Auswahl im Menü machen. Es ist natürlich Geschmackssache, aber bei mir sind diese beiden Häkchen immer gesetzt und wenn sich mal etwas nicht anklicken lässt findet sich meist hier schon der Fehler. Links findest du die Werkzeugleiste, die alle wichtigen Tools zur Bearbeitung beinhaltet. Im Anschluss siehst du das geöffnete Dokument. Da es noch nicht gespeichert wurde, hat es den Namen „Unbekannt-1“. Es wird daneben der aktuelle Zoom (25%) sowie der Farbraum (in diesem Fall RGB – auf Farbräume gehe ich bei Designgrundlagen in einem späteren Artikel ein) angezeigt. Weiters hast du noch die Möglichkeit, Fenster wie die Ebenen-Palette, Farben, etc. über das Menü „Fenster“ im rechten Bereich (oder auch irgendwo anders) einzublenden. Ganz schnell geht das über Fenster – Arbeitsbereich. Hier gibt es bereits voreingestellte Profile für diverse Anwendungsbereiche.

Das Prinzip der Ebenen

Eines der wichtigsten Dinge im Bezug auf Photoshop ist es, das Prinzip mit den Ebenen zu verstehen. Du hast in diesem Programm nämlich die Möglichkeit, mehrere Elemente übereinander zu legen. Durch die transparenten Teile einer Ebene kannst du sämtliche Ebenen sehen, die darunter liegen. Verwendung findet das zum Beispiel beim Anordnen von mehreren Elementen (Bildern oder Grafiken), dem Hinzufügen von Text oder bei Retuschen. Im nachfolgenden Beispiel habe ich mit dem Form-Werkzeug drei verschiedene Formen erstellt. Hier ist das Programm standardmäßig so konfiguriert, dass für jede neue Form automatisch eine neue Ebene erstellt wird:

Hier siehst du nun das Dokument mit den drei verschiedenen Ebenen sowie der Hintergrundebene. Wäre die Hintergrundebene ausgeblendet, würdest du eine karierte Fläche sehen, was bedeutet, dass der Hintergrund transparent ist. Die obere Ebene überlagert immer die jeweils darunter stehende. Aber warum ist nun die rechte untere Ecke des roten Rechtecks schwarz? Das liegt daran, dass man bei jeder Ebene den Modus einstellen kann. Normal bedeutet, dass die Ebene einfach normal darüber gelegt wird. In diesem Fall habe ich bei der Ebene mit dem grünen Ebene „multiplizieren“ eingestellt. So wird diese eine Ebene mit den Ebenen und Farben darunter multipliziert. Solltest du dich also wundern wieso in einer PSD-Datei die Farben merkwürdig aussehen, check erstmal, ob der Ebenenmodus korrekt gewählt ist.

Außerdem kannst du noch bei der Deckkraft einstellen, wie deckend deine Ebene sein soll. Ist die Ebene mit 100% eingestellt, ist sie vollständig sichtbar, je weiter du diesen Wert gegen 0 wählst, desto transparenter wird sie. Auch Effekte oder Einstellungen wendet man auf einzelne Ebenen an, um nicht jedes Mal alle Teile des Bildes anzugreifen. Wenn du z.B. einen Effekt wie einen Schlagschatten auf ein Element legen möchtest, sorge dafür, dass du dieses Element in einer eigenen Ebene hast und öffne das Fenster „Ebenenstil“ mit einem Doppelklick auf die jeweilige Ebene. In diesem Fenster kannst du nun viele verschiedene Stile ausprobieren, die sowohl auf Formen, Bilder als auch Text anwendbar sind.

Du hast natürlich auch die Möglichkeit, einzelnen Ebenen per Klick auf das Papierkorb-Symbol rechts unten im Ebenen-Fenster zu löschen oder diese vorübergehend auszublenden. Das kannst du mit Klick auf das Augen-Symbol links neben der Ebene tun. Beides funktioniert nicht nur mit kompletten Ebenen – du kannst auch einzelne Korrekturen oder Ebenenstile ausblenden, um z.B. zu sehen, ob der Effekt gut ist oder das Gesamtbild eher schlechter macht. Eine Ebene kannst du sehr schnell duplizieren, wenn du diese anwählst und dann rechts unten im Ebenenfenster auf das Zettel-Symbol ziehst. Ein einfacher Klick auf das Symbol erstellt eine neue, transparente und natürlich komplett leere Ebene.

Solltest du dein Photoshop-Dokument an andere weitergeben, oder wird es einfach zu umfangreich, weil du schon mehr als 15 Ebenen hast, empfiehlt es sich, diese zu organisieren. Per Doppelklick auf einen Ebenennamen kannst du die Ebene umbenennen, um so die spätere Suche nach bestimmten Elementen zu erleichtern. Zudem kannst du mit Klick auf das Ordnersymbol im Ebenenfenster einen Ordner erstellen (der ebenfalls benannt werden kann) und hierhin mehrere Ebenen verschieben. Durch ein derartiges Ordnersystem kannst du deinen Ebenen wie Dateien im Explorer organisieren und logisch ablegen. Außerdem haben diese sogenannten Gruppen noch den Vorteil, dass du Ebenenstile oder Transparenzeinstellungen auf die komplette Gruppe anwenden kannst und so nicht bei jeder einzelnen Ebene die Einstellungen angeben musst. Wenn du nun mit dem Verschieben-Werkzeug eines der Elemente anders platzieren möchtest, musst du darauf achten, dass in der Zeile unterhalb der Menüleiste (die ich zu Beginn angesprochen habe) die passende Einstellung gewählt ist. Wird nämlich hier die Gruppe automatisch gewählt, kannst du nur alle Elemente der Gruppe verschieben, wählst du hier „Automat. Auswählen: Ebene“, kannst du die einzelnen Elemente problemlos verschieben.

Für manche Effekte wird es nötig sein, Ebenen zu „verschmelzen“. Das kannst du tun, in dem du die zu kombinierenden Ebenen auswählst und mit rechter Maustaste „Auf eine Ebene reduzieren“ wählst. Hier kannst du auch entweder alle sichtbaren Ebenen auf eine oder alles auf die Hintergrundebene reduzieren. Achte aber darauf, dass du dann viele Bearbeitungsmöglichkeiten nicht mehr hast, und es sich wirklich um ein einziges Pixelfeld handelt, dessen Elemente nicht mehr so einfach getrennt werden können! Wenn ich meinen Bilder Retuschen mache oder Elemente hinzufüge, behalte ich die Photoshop-Datei immer, damit ich eventuell später daran weiterarbeiten kann und nicht von vorne anfangen muss. Speicherst du nämlich ein Bild, kannst du dies ohnehin auch als .jpg oder .png tun und hier werden die Ebenen automatisch zusammengefügt.

Die Werkzeugleiste

Die Werkzeugleiste kannst du entweder ein- oder zweispaltig einstellen. Das machst du mit dem kleinen Doppelpfeil rechts oben. Mir persönlich ist die zweispaltige Leiste lieber, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ich möchte hier nicht auf alle einzelnen Werkzeuge eingehen, sondern verweise euch direkt zur Adobe-Hilfe, die auf ihrer Seite eine gute Übersicht über alle Werkzeuge zeigen: https://helpx.adobe.com/at/photoshop/using/tools.html

Die markierten Standard-Werkzeuge stellen hierbei die Werkzeuge dar, die standardmäßig angezeigt werden. Möchtet ihr die anderen Werkzeuge auswählen, ist das zwar kein Problem, aber manchmal bedarf es einer kurzen Suche danach… Die anderen Werkzeuge müssen nämlich durch Klick (Maus nicht loslassen und nach rechts ziehen) ausgewählt werden. Und denn man dann eines der Werkzeuge nicht so häufig benötigt, kann es schon sein, dass man kurz mal auf die Suche gehen muss. Benutzt du manche Tools häufiger, empfehle ich dir zudem, dir die Shortcuts anzueignen. Im Menü hast du unter Bearbeiten – Symbolleiste natürlich auch die Möglichkeit, die Symbolleiste nach deinen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen.

Ich könnte natürlich ewig weiterschreiben, weil es eines der Programme ist, die ich am Häufigsten nutze, werde aber in weiteren Artikeln weitermachen. Ich hoffe jedenfalls du kannst etwas damit anfangen und das Programm wirkt nicht mehr ganz so mysteriös und überfordernd.

Solltest du Fragen, Wünsche, Anregungen zu diesem Artikel haben, freue ich mich sehr über einen Kommentar und/oder Feedback von dir! Gerne kannst du mir auch eine Mail schicken – blog@grafikarin.com – ich freue mich auf deine Nachricht!

Liebe Grüße,
grafikarin

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